Auswege aus dieser Sackgasse der Demoralisierung eröffnen sich dort, wo Menschen kontrastive Lernerfahrungen machen können, die ihnen das Gefühl der Selbstwirksamkeit zurück geben. Immer gegen die (nie offen formu­lierte, immer hinter vorgehaltener Hand versteckte) Skepsis und Gering­schätzung der anderen ankämpfen und das eigene Gegen-den-Strom-Schwimmen rechtfertigen zu müssen, das kostet einen hohen Preis. Der Blick richtet sich hier also auf die Seite der Mitarbei­ter psy­chosozialer Dienste, die Pro­zesse der (Wieder-)Aneig­nung von Selbstgestal­tungskräf­ten anregen, för­dern und un­terstützen und Ressour­cen für Empower­ment-Pro­zesse be­reitstellen. Es istnicht ganz leicht einen Klassiker - und zu diesem ist das Buch seit seinemersten Erscheinen 1997 geworden - zu besprechen. Setzt man sich professionell mit Empowerment auseinander, muss man sich sowohl mit seinem eigenen Menschenbild, als auch mit dem Bild seiner Klienten auseinandersetzen. Grund­lage allen pädagogischen Han­delns ist hier die Anerkennung der Gleichberechti­gung von beruflichem Helfer und Klient, die Konstruktion einer symmetrischen Arbeitsbe­ziehung also, die auf die Attribute einer bevormundenden Fürsorglichkeit ver­zich­tet, die Verant­wortung für den Arbeitskon­trakt gleich verteilt und sich auf einen Bezie­hungs­modus des partner­schaftli­chen Aus­handelns einlässt. Fachkräfte der Gesundheitsförderung sollen Die Transparenz von Informationen und Entscheidungen:Die Transparenz von Input-Informationen, Verfahren, Entscheidungen und organisatorischen Planungen für alle MitarbeiterInnen; der Abbau hierarchischer Informations- und Kommunikationswege; ein Informationsnetzwerk, in dem die MitarbeiterInnen sich als ‚Teilhaber‘ der Organisation erfahren. Sie gewinnen - gemeinsam mit anderen - Zuversicht, sie werden zu Aktivposten in der Gestaltung lokaler Lebensverhältnisse und ge­hen auf eine gemeinsame Reise in die Stärke, in deren Verlauf sie mehr und mehr zu einem Machtfaktor auf der Bühne der lokalen Öffentlichkeit werden und die lokale sozialpolitische Landschaft verändern. Dieses Konzept kennen zu lernen — dazu möchte empowerment.de einladen. Demokratische Partizipation: Der dritte normative Grundpfeiler des Em­po­wer­ment-Konzeptes ist das Prinzip Bürgerbeteiligung. ), Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, Hochschule Düsseldorf. Der Empowerment 窶� Gedanke hat sich 1890 in der Praxis der Sozialen Arbeit etabliert und wurde zu der Leitlinie des Selbstverständnisses und des Handelns der Sozialen Arbeit. Die Verständigung auf einen gemeinsamen Zielkatalog (Leitbild):Die gemeinsame Verständigung des Teams auf Parameter und Standards, an denen wünschenswerte Veränderungen der Lebenslage der Klienten (Ergebnisqualität), gelingende Arbeitsbeziehungen zwischen Sozialarbeiter und Klient (Prozessqualität) und ‚stimmige‘ institutionelle Strukturbedingungen (Strukturqualität) bemessen werden. Diese sozialen Beziehungsnetzwerke sind Orte der sozialen Unterstützung – in ihren privaten Kreisen werden handfeste Lebenshilfe und emotionaler Begleitschutz mobilisiert, welche den Menschen insbesondere in der Bewältigung schwieriger Lebensphasen Ressource sind. Vor meinem Wechsel hierhin (in die Trennungs- und Scheidungsberatung eines privaten Trägers; N.H.) habe ich die meiste Kraft wohl nicht in der direkten Arbeit mit Ehepaaren, Teilfamilien und Familien verbraucht, sondern in der hausinternen Überzeugungsarbeit. Obwohl von wachsender Popularität ist der Ressourcenbegriff in den aktuellen sozialwissenschaftlichen Diskussion oft nur vage und wenig griffig gefasst. Soziale Arbeit setzt häufig da an, wo ein Mensch sich in einer Lebenssituation befindet, die er selbst nicht mehr eigenverantwortlich lösen kann. Wir unterscheiden strukturelle, personale und soziale Ressourcen: (1) Strukturelle Ressourcen: Strukturelle Ressourcen sind Potenziale von Lebensqualität, die an die jeweilige soziale Lebenslage des Einzelnen bzw. Unsere Mitarbeiter haben es uns zur obersten Aufgabe gemacht, Verbraucherprodukte jeder Variante ausführlichst zu testen, damit Sie als Leser ganz einfach den Empowerment ansatz soziale arbeit bestellen können, den Sie kaufen möchten. Ganz im Gegen­teil: Die Adressaten sozialer Dienstlei­stun­gen werden - auch in Lebensetappen der Belastung - in der Rolle von kompetenten Ak­teu­ren wahrgenommen, die über das Vermögen verfügen, ihre Lebenssettings in ei­gener Regie zu gestalten und Lebenssouveränität zu gewinnen. Menschen verlassen die ausgetretenen Pfade erlernter Hilflosig­keit. Empowerment in der psychosozialen Praxis: Hier geht es darum, das Individuum darin zu bestärken, selbstbestimmt und autonom zu leben. der Familie in unterstützende Netzwerke (Verwandtschafts-, Freundschafts-, Bekanntschafts- und Interessennetzwerke). Die Grundorientierung an einer „Rechte-Perspektive“: Men­schen mit Lebensschwierigkeiten verfügen - unab­hängig von der Schwere ihrer Beeinträchtigung - über ein un­veräußerliches Partizipations- und  Wahlrecht im Hinblick auf die Gestaltung ihres Le­bensalltags. Seitdem wurden viele sozialpädagische Ansätze und Theorien der Sozialen Arbeit wie die Sozialraumorientierung, die Lebensweltorientierung nach Thiersch, die Lebensbewältigung von Böhnisch und die Biographiearbeit hervorgebracht. Empfehlungen geben („mentoring“) – dies aber ohne Druck auszuüben; eine Haltung des Zutrauens und der Anerkennung dokumentieren; Entscheidungen positiv konnotieren, Mut machende Rückmeldung geben, Unterstützung anbieten; das Recht auf Risiko und Irrtum zugestehen; Sackgassen und Irrwege als „Lernmaterial“ interpretieren; Fehlschläge mit Hoffnung stiftender Kommentierung abfedern; ggf. Folgende Aktivitäten bieten sich an, „…wenn gar nichts mehr geht“. Empowerment - auf eine kurze Formel gebracht - zielt auf die (Wieder-)Herstel­lung von Selbst­bestim­mung über die Um­stände des ei­ge­nen All­tags. Empowerment und Kommunitarismus gemeinsam ist die For­de­rung, die Eigenverantwor­tung und Eigenbeteili­gung der Bürger in der Be­sor­gung loka­ler Ange­legen­heiten zu stärken, neue zi­vile Verbindlichkeiten („Gemeinsinn“) zu etablieren und niedrigschwellige Ver­fahren einer kol­lekti­ven Selbstre­ge­lung in kleinen lokalen Kreisen zu imple­mentieren. Die Fähigkeit, aus der bunten Vielzahl der angebotenen Lebensoptionen auswählen und eigenverantwortete Entscheidungen für die eigene Person treffen zu können; Die Fähigkeit, für die eigenen Bedürfnisse, Interessen, Wünsche und Phantasien aktiv einzutreten und bevormundenden Übergriffen anderer in das eigene Leben entgegentreten zu können; Die Erfahrung, als Subjekt die Umstände des eigenen Lebens (Selbst-, Sozial- und Umweltbeziehungen) produktiv gestalten und erwünschte Veränderungen ‚in eigener Regie‘ bewirken zu können (die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und Gestaltungsvermögen); Die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich belastenden Lebensproblemen aktiv zu stellen (und nicht zu Mustern der Verleugnung und der Nicht-Wahrnehmung Zuflucht zu suchen), wünschenswerte Veränderungen zu buchstabieren und hilfreiche Ressourcen der Veränderung  zu mobilisieren; Das Vermögen, ein kritisches Denken zu lernen und das lähmende Gewicht von Alltagsroutinen, Handlungsgewohnheiten und Konditionierungen abzulegen; Die Fähigkeit, sich aktiv Zugang zu Informationen, Dienstleistungen und Unterstützungsressourcen zu eröffnen und diese ‚zum eigenen Nutzen‘ einzusetzen; Die Einsamkeit überwinden und die Bereitschaft, sich in solidarische Gemeinschaften einzubinden; Das Einfordern der eigenen Rechte auf Teilhabe und Mitwirkung und die stete Bereitschaft, offensiv gegen stille Muster der Entrechtung einzutreten. Im Mittelpunkt stehen hier die Entdeckung noch ungenutzter Stärken der KlientInnen und die Förderung ihrer Ressourcen der Selbstgestaltung. Professionelle pädagogische Arbeit versteht sich als dialogisch-reflexive Verständigung zwischen Partnern (eine „kollaborative“ Arbeitsbeziehung „auf Augenhöhe“); Pädagogische Arbeit ist zugleich immer auch „konfrontativer Spiegel“: Konfrontation der Selbstwahrnehmung des Klienten mit kontrastierender Fremdwahrnehmung – dies auf der Basis eines festen Vertrauensfundamentes; Soziale Arbeit erweist ihre Produktivität überall dort, wo sie ihren KlientInnen „Testfelder“ eröffnet für das Entdecken von eigenen Stärken und für die Erprobung von Selbstbestimmung und Eigengestaltung; Stellvertretendes Handeln – insbesondere bei schwerst-mehrfachbehinderten Menschen – bedarf einer verstehenden Diagnostik und einer (Team-)Reflexion von ungerechtfertigten Hilflosigkeitsunterstellungen und Entmündigungsfallen. Hier kommt der so­zialen Ar­beit die Aufgabe zu, Gemeinschaft neu zu insze­nieren, indem sie Men­schen mit gleichartigen Betrof­fenheiten und Anliegen mit­einander in Kontakt bringt und durch diese initiale Vernetzung Zugänge zu sozialer Teilhabe und Partizipa­tion eröff­net. In der Literatur finden sich viele Versuche, das was Empowerment (wörtlich übersetzt: Selbstbemächtigung; Selbstbefähigung; Stärkung von Eigenmacht und Autonomie) ausmacht, auf den Begriff zu bringen. Validierung der negativen Wahrnehmung des Klienten von Selbst, Umwelt und Zukunft; die Erfahrung des Angenommen-Seins vermitteln - auch im Lichte negativer Selbstkognitionen („ich bin ganz unten“); Anschluss an negativ eingefärbte Lebenserfahrungen finden („joining“); das Erlittene wahrnehmen, Schmerz und Verzweiflung anerkennen und Mitgefühl kommunizieren; Perspektivwechsel: einen „ersten Hoffnungsfunken“ zünden; Mut machen und Kraft vermitteln für einen ersten Schritt aus der Hoffnungslosigkeit („sicher können Sie einen ersten Schritt in eine neue Richtung gehen“); „kleine“ Ziele der Lebensverbesserung gemeinsam definieren; Remoralisierung: die letzten Funken Lebenswillen, Hoffnung und Veränderungskraft betonen; Hoffnung wieder aufbauen; Ressourcen für die Erreichung kleinster erster Ziele aufsuchen; das commitment und die motivationale Kraft des Klienten stärken („ ich kann und will etwas verändern in meinem Leben“); „Stellvertretende Entscheidungen“ treffen, die den Betroffenen in eine Situation des Neuen und der Veränderung stellen; Entscheidungssituationen („in kleiner und verträglicher Dosis“) inszenieren; Entscheidungsspielräume eröffnen; verfügbare Entscheidungsoptionen transparent machen; anfänglich ggf. Empowerment be­zeichnet hier also einen selbstinitiierten und ei­genge­steuer­ten Pro­zess der (Wieder-)Her­stellung von Selbstbestimmung in der Gestal­tung des ei­genen Le­bens. Eine Einführung. Die Arbeit an einer institutionellen „Kultur des Empowerment“ ist eine dauerhafte, nie wirklich abgeschlossene Arbeit im Team. die praktische Anwendung von Empowerment-Ideen. Empowerment: Zugänge zu einem neuen Begriff. 2020, S. 262ff. Denn: Nur dort, wo Menschen lernen (behutsam, Schritt für Schritt, nicht ängstigend), wichtige Entscheidungen im eigenen Leben selbst zu treffen, nur dort, wo sie in diesen Entscheidungen unterstützt und sichernd begleitet  werden, entstehen Handlungsbereitschaft, Aktivität, Hoffnung auf positive Lebensveränderungen. Empowerment beschreibt Mut machende Prozesse der Selbstbemächtigung, in denen Menschen in Situa­tionen des Mangels, der Benachteiligung oder der gesell­schaftli­chen Ausgrenzung beginnen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu neh­men, in denen sie sich ihrer Fä­hig­keiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und ihre indivi­duellen und kollek­tiven Ressourcen zu einer selbstbe­stimmten Le­bensführung nutzen ler­nen. Die Rolle des Einzelkämp­fers, der sich ‚in heroischem Kampf‘ gegen das Ge­wicht der Routine stemmt, über­for­dert wohl auf Dauer die Kräfte des einzelnen. Zu den Hintergründen hier einige Anmerkungen: Die Lebensgeschichte vieler der Menschen, die uns in der pädagogischen Praxis begegnen, ist eine Geschichte der Demoralisierung und der erlernten Hilflosigkeit. durch Stabilisierung im aktuellen räumlichen Setting); die Suche nach Orten und Menschen, die Sicherheit und Stabilität spenden; der Einsatz imaginativer Techniken („Tresor-Übung“: das Schreckliche sicher wegschließen).